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08.10.2011

Europweites Provisionsverbot für freie Finanzberater geplant

Pressemeldung des Berufsverbands deutscher Honorarberater e.V.

Europaweites Provisionsverbot für freie Finanzberater geplant

  • BVDH-Vorstand Dieter Rauch: Ein Provisionsverbot der EU-Kommission würde den Vertrieb von Finanzprodukten in Europa drastisch verändern und zu mehr Verbraucherschutz führen!
  • Abhängige Vermittler sollten aber ebenfalls einbezogen werden
  • Konsolidierung der Branche als Konsequenz aus der Gesetzesänderung wahrscheinlich

Berlin, 5. Oktober 2011 – Die europäische Kommission plant, ab 2014 ein europaweites Provisionsverbot für freie Finanzvermittler einzuführen. Dies geht aus einem Richtlinienentwurf hervor, der aktuell in Brüssel im Rahmen von MiFID II diskutiert wird. Hierbei geht es um eine weitere Überarbeitung und Stärkung des
Regulierungsrahmens für sämtliche Finanzmarktakteure.

Nach der neuen Richtlinie soll unabhängigen Beratern, Portfolio-Managern, Vermögensverwaltern und Wirtschaftsprüfungsunternehmen die Entgegennahme oder Einbehaltung von Vermittlungsprovisionen untersagt werden. BVDH-Vorstand Dieter Rauch: Ein Provisionsverbot der EU-Kommission für freie Finanzvermittler würde
den Vertrieb von Finanzprodukten in Europa drastisch verändern und zu mehr Verbraucherschutz führen!“

Sein BVDH-Vorstandskollege Karl Matthäus Schmidt mahnt allerdings an: Auch abhängige Berater und ausführende Unternehmen, wie etwa Banken, sollten – ähnlich wie in Großbritannien von der Retail Distribution Review (RDR) vorgesehen in die Gesetzesinitiative einbezogen werden.“ Ansonsten laufe die Brüsseler Initiative Gefahr, zu Marktverzerrungen zu Lasten der freien Berater zu führen. Es sei absehbar,
dass eine Umsetzung des Provisionsverbots zu einer massiven Konsolidierung des freien Beratermarktes führen würde, so die BVDH-Vorstände weiter. Zu begrüßen ist nach Auffassung des BVDH auch, dass deutlich mehr Fondsprodukte als in der Vergangenheit auf die Liste der komplexen Finanzprodukte gesetzt werden sollen und damit für den Anleger mehr Markttransparenz geschaffen wird. Falls die Initiative der
Kommission tatsächlich verabschiedet würde, bliebe allerdings abzuwarten, wie diese in den einzelnen europäischen Ländern, die über unterschiedliche Regulierungsniveaus verfügen, umgesetzt wird.



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